1. Schulmedizinische Abklärung und Diagnose der Beschwerden

Als ersten Schritt untersucht der Arzt oder Therapeut den Patienten nach schulmedizinischen Gesichtspunkten, um festzustellen, ob im jeweiligen Fall die Behandlung nach dem FDM indiziert ist oder ob Kontraindikationen für die Behandlung bestehen.

Eine umfassende Anamnese und Untersuchung, die Beurteilung von Röntgenbilder oder MRT-Aufnahmen, Blutuntersuchungen usw. fließen dabei in den Untersuchungsablauf ein.

Die FDM-Behandlung kann sowohl als singuläre Behandlungsintervention eingesetzt oder komplementär zu anderen medizinischen Anwendungen eingesetzt werden.

 

  1. FDM-Diagnose

Die FDM-Diagnose erfolgt im zweiten Schritt. Sie führt – neben der schulmedizinischen Diagnose – zu einer zusätzlichen, eigenständigen FDM-Diagnose.

Einen besonderen Stellenwert nimmt dabei die ISymptombeschreibung seitens des Patienten ein. Durch eine spezielle Interpretation des Entstehungsmechanismus der Beschwerden, des Beschwerdeverlaufs und der funktionellen Einschränkungen können durch das FDM, Rückschlüsse auf Verletzungen und Deformierungen des Fasziensystems gezogen werden.

Diese sogenannten Fasziendistorsionen werden dann in weiterer Folge behandelt.

 

  1. FDM-Behandlung

Die Behandlung nach dem FDM erfolgt mit der Typaldos-Methode. Dieser manualtherapeutische Ansatz zielt darauf ab, die im diagnostizierten Fasziendistorsionen zu korrigieren und damit die Beschwerden des Patienten so rasch wie möglich zu lindern.

  • Teilweise wird mit starkem Druck auf bestimmte Punkte oder Bahnen gedrückt.
  • Andere Distorsionen werden mit Traktion oder Kompression im Bereich von Gelenken manipuliert.
  • Auch flächige Behandlungen der oberflächlichsten Faszie können bestimmte Beschwerden lindern.

 

  1. Überprüfung des Behandlungsergebnisses

Die Behandlung wirkt unmittelbar und ihr Effekt kann deshalb vom Patienten sofort beurteilt werden. Bei entsprechendem Erfolg wird die Behandlungfortgesetzt. Eine ausbleibende Wirkung führt zu einer Anpassung der Behandlungsmaßnahmen bzw. zur Wiederbefundung des Patienten.

 

  1. Kosten der Behandlung

Die Kosten einer Behandlung mit der Typaldos-Methode werden derzeit von der gesetzlichen Krankenkasse nicht übernommen. Sie werden in der Regel von privaten Krankenkassen und privaten Zusatzkrankenversicherungen erstattet. Sprechen Sie mit Ihrem FDM Arzt oder Therapeuten über Möglichkeiten des Kostenersatzes.

 

Ein Patientenbeispiel …

Ein Patient kommt in die ärztliche Praxis und berichtet, dass sie vor drei Tagen beim Sport mit dem Fuß umgeknickt ist. Lt. Röntgenbefund besteht keine knöcheren Verletzungen, jedoch ist der rechte Knöchel deutlich geschwollen, druckschmerzhaft und bewegungseingeschränkt. Die Patientin berichtet über ziehende, brennende Schmerzen. Weiters macht ihr ein stechender Schmerz an der Vorderseite des Knöchels zu schaffen. Sie kann nur hinkend gehen, auf längeren Strecken verwendet sie eine Krücke.

  • Schulmedizinische Sichtweise und Behandlung:

Der Arzt diagnostiziert eine Verstauchung des Sprunggelenks und verordnet Ruhigstellung, Eisanwendung, Kompressionsverband und Hochlagerung. Zusätzlich verschreibt er Medikamente mit schmerzlindernden und entzündungs­hemmenden Komponenten. Der Patient kann nach einigen Wochen beginnen, den Fuss zunehmend zu belasten und seinen Sport wieder auszuüben.

  • FDM-Sichtweise und -Behandlung:

Der Arzt führt die Beschwerden auf zwei verschiedene Faszienverformungen zurück. Diese Fasziendistorsionen korrigiert er durch manuelle Handgriffe. Teilweise sind die Behandlungstechniken kurzfristig schmerzhaft, teilweise wird mit Manipulationstechniken (Manipulation au craquement) gearbeitet. Nach der  ersten Behandlung ist eine sofort Verbesserung des Gangbilds ersichtlich, nach der zweiten Behandlung – einige Tage später – ist die funktionelle Beeinträchtigung derart reduziert, das die Rückkehr ins sportliche Training wieder möglich ist.