Die FDM-Diagnostik basiert auf drei Säulen und führt zu einer eigenständigen FDM-Diagnose:

  • Analyse des Entstehungsmechanismus und der subjektiven Beschwerden: 

    Anhand des Unfallmechanismus und der Beschwerdebeschreibung können Rückschlüsse auf Deformierungen im Bereich des Fasziensystems gezogen werden.

 

  • Interpretation der Schmerzgestik des Patienten: 

    Im FDM wird auch der intuitive, non-verbale Anteil der Symptombeschreibung in den Diagnoseprozess miteinbezogen.

 

  • Funktionelle Untersuchung:

    Beweglichkeit und Belastbarkeit werden geprüft, ergänzt durch eine spezielle Palpation der schmerzhaften Strukturen.

 

Das Fasziendistorsionsmodell (FDM) – 3 Begriffe

 

  1. FASZIEN

Faszien sind bindegewebige Strukturen, die aus Sicht des FDM der Schlüssel zur Diagnostik und Behandlung von körperlichen Beschwerden sind. Die medizinische Wissenschaft erkennt heute die wichtige Rolle, welche Faszien im Körper spielen und unterstützt durch eine wachsende Zahl wissenschaftlicher Studien die Überlegungen des FDM.

  1. DISTORSIONEN

Distorsionen sind Verdrehungen, Verformungen oder Verrenkungen von Bindegewebe. Ziel jeder Behandlung nach dem FDM ist es, Distorsionen der Faszien durch gezielte Behandlungstechniken (z.B. mit den Handgriffen der Typaldos-Methode) zu korrigieren. Mit dieser Korrektur geht eine deutliche Abnahme der Beschwerden einher.

  1. MODELL

Das FDM ist ein klinisches Modell. Stephen Typaldos D.O., der Entwickler des FDM, formulierte auf Basis seiner empirischen Beobachtungen modellhaft die Zusammenhänge zwischen spezifischen Verformungen von Faszien, typischen Befunden und effektiven Behandlungsmöglichkeiten. FDM-Ärzte und -Therapeuten wenden diese regelhaften Zusammenhänge in der Praxis an, um zu einer präzisen Diagnose nach dem Fasziendistorsionsmodell zu gelangen und eine maßgeschneiderte Behandlung zu wählen.

 

Anwendung des FDM

FDM ermöglicht dem geschulten Arzt oder Therapeuten, nach den Gesichtspunkten des Fasziendistorsionsmodells medizinische Fragestellungen zu analysieren und die optimale Therapie zu wählen.

Ziel jeder Intervention nach dem FDM ist die anatomische Korrektur der Fasziendistorsionen. Wird die Formveränderung korrigiert, kann mit einer sofortigen Verbesserung der Belastbarkeit, der Beweglichkeit und/oder einer Schmerzreduktion gerechnet werden. Lange Ruhezeiten entfallen meist und eine rasche Rückkehr zur Aktivität ist möglich.

Stephen Typaldos D.O. setzte spezifische Handgriffe und Manipulationstechniken zur FDM-Behandlung ein. Diese sind unter dem Begriff  Typaldos-Methode bekannt.

 

 

Einsatzgebiete des FDM:

Sportmedizin und Traumatologie:

Konservative Behandlung von Verletzungen im Bereich von Gelenken, Muskeln und dem Kapsel-Band-Apparat

Orthopädie:

Akute Beschwerden im Bereich des Rückens und der Extremitäten sowie die Behandlung von chronischen Schmerzen und Bewegunseinschränkungen

Neurologie: 

Symptome wie Parästhesien oder Schwäche, die sich nicht durch klassische, neurologische Diagnosen erklären lassen